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Neue Mindestanforderungen für Pflegehelfende ab 2027

  • Autorenbild: Jan Honegger
    Jan Honegger
  • 7. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Die OdASanté hat unter Einbezug von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen wie H+, Spitex Schweiz, ARTISET und SBK - ASI ein Kompetenzprofil sowie Mindestanforderungen für Pflegehelfende in der Schweiz erarbeitet. Diese neuen Grundlagen treten ab dem 1. Januar 2027 in Kraft und sollen die Kurse in Pflegehilfe schweizweit vergleichbarer und einheitlicher machen. Das ist ein wichtiger und notwendiger Schritt.


Denn bisher wurden Pflegehelfende in der Praxis oft sehr unterschiedlich eingesetzt. Teilweise war nicht klar genug abgegrenzt, welche Aufgaben in ihren Kompetenzbereich gehören und wo die Verantwortung von Fachpersonen beginnt. Je nach Betrieb, Personalsituation oder aktuellem Druck wurden Pflegehelfende dort eingesetzt, wo gerade jemand gebraucht wurde. Das konnte dazu führen, dass sie Aufgaben übernahmen, für die sie nicht ausreichend ausgebildet, geschützt oder bezahlt waren.


Genau hier liegt für mich der zentrale Punkt: Pflegehelfende leisten einen enorm wichtigen Beitrag in der Versorgung und sie sind eine sehr grosse Berufsgruppe. Aber wer wichtige Arbeit leistet, braucht auch klare Rahmenbedingungen. Es darf nicht sein, dass Menschen im Pflegealltag Verantwortung übernehmen müssen, ohne dass ihre Rolle, ihre Kompetenzen und ihre Grenzen sauber definiert sind.


Mit dem neuen Kompetenzprofil haben Pflegehelfende nun erstmals eine schweizweit abgestützte Grundlage, an der sie sich orientieren können. Auch Arbeitgeber erhalten damit eine klarere Orientierung, was von Pflegehelfenden erwartet werden darf und was nicht. Das schafft mehr Transparenz, mehr Vergleichbarkeit und im besten Fall auch mehr Schutz vor Überforderung und falschem Einsatz.


Wichtig ist aber auch: Ein Dokument allein verändert noch keine Praxis.

Jetzt wird entscheidend sein, dass diese Mindestanforderungen nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern auch in den Kursen, in den Betrieben und im Arbeitsalltag konsequent umgesetzt werden. Die Ausbildung muss schweizweit qualitativ vergleichbarer werden. Gleichzeitig müssen Arbeitgeber ihre Einsatzplanung, Aufgabenverteilung und Verantwortlichkeiten kritisch überprüfen. Denn klare Kompetenzen bringen nur dann etwas, wenn sie im Alltag auch respektiert werden.


Für mich ist das ein längst nötiger Schritt zur Stärkung der Pflegehelfenden. Nicht, weil Pflegehelfende plötzlich mehr Verantwortung übernehmen sollen, sondern weil ihre wichtige Arbeit endlich klarer beschrieben, besser eingeordnet und sichtbarer gemacht wird.


Pflege braucht alle Berufsgruppen. Aber jede Berufsgruppe braucht klare Kompetenzen, faire Bedingungen und den Schutz davor, aus Personalmangel beliebig eingesetzt zu werden. Dafür setzen wir uns auch beim swiss hca ein!


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